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Nina Herzog glänzt bei der Weltmeisterschaft mit Silber und Bronze

Im November 2015 hatte sich Nina für die Teilnahme an den Freestyle-Wettbewerben der UNICON 18 qualifiziert. Nach monatelanger Vorbereitung wurde es dann Anfang August im spanischen San Sebastian ernst. Der Freestyle Wettkampf wurde insgesamt von den Japanern dominiert. Sie fahren eine Art Einradtanz, extrem schnell, viele Spins, Pirouetten und Gliding-Tricks, was den Küren im Eiskunstlauf ähnelt und sehr anmutig anzusehen ist. In den europäischen Ländern hingegen wird mehr Wert auf schwierige Tricks gelegt, was die Küren anspruchsvoller, aber weniger fließend macht. Somit war das Ziel bei den Küren beides zu bieten und so gut wie möglich miteinander zu verbinden. Allerdings ist die Jury bei der WM international besetzt und deshalb sehr schwer einzuschätzen. Deshalb gehört auch ein Quäntchen Glück dazu, genau das zu bieten, was die Jury erwartet.

Für den Kampf um die Titel sind die Startplätze pro Land limitiert. Nina Herzog startete als deutsche Favoritin in der Einzelkür Expert der Damen gegen die amtierende Weltmeisterin Katrine Jensen aus Dänemark. Außerdem hatten sich neben drei weiteren deutschen Starterinnen vier Japanerinnen qualifiziert. Hier mitzuhalten war kein leichtes Spiel. Katrine Jensen war in der Startreihenfolge vor Nina und präsentierte „Titanic“ mit einigen sehr originellen neuen Tricks, was das Publikum und insbesondere der dänische Fanblock mit Begeisterungsstürmen belohnte. "Dieser große Jubel aus dem Publikum hat für mich, so kurz vor meinem Start, die Anspannung natürlich noch erhöht“ - so Nina. Der Druck war extrem, trotzdem fuhr Nina ihre Kür "Fluch der Karibik" mit nur vier kleinen Fehlern etwas sicherer als Jensen, die ebenfalls vier Abstiege hatte, davon aber einen schweren. Auch Nina konnte mit ihrer Ausdrucksstärke das Publikum begeistern und erntete tosenden Applaus. Die Japanerinnen zeigten alle durchwegs hochkarätige Tricks und harmonische Präsentationen, so dass es für den Außenstehenden schwierig war zu erahnen, wer wohl das Rennen machen würde. Letztlich setzte die Jury die Dänin Katrine Jensen an die Spitze, Nina auf Platz 2 und die Japanerin Natsume Yamamoto auf Rang 3. „Ich hatte, nachdem was hier geboten wurde, nicht mehr damit gerechnet, auf das Treppchen zu kommen“ – so Nina unter Freudentränen, als sie das Ergebnis erfuhr.

Bei den Expert-Paaren war  schon beim Blick auf die Startliste klar, dass hier ein Podestplatz kaum erreichbar sein wird. Fünf namhafte Paare aus Japan, die schon bei den Trainingseinheiten eine Augenweide waren, erstickten jede Illusion schon im Keim. Als amtierende Europameister wollten Nina Herzog und Lisa Speckbacher aber auf jeden Fall alle europäischen Paare hinter sich lassen. Diese Rechnung ging auf. Mit ihrer Kür „Elfentanz“ landeten sie hinter vier Paaren aus Japan auf Platz 5, und konnten sogar ein Japanerpaar hinter sich lassen. Erst ab Platz 7 begann dann das Ranking der restlichen Europäer.

Sehr spannend wurde es beim X-Style Wettbewerb der Damen. Insgesamt starteten 46 Sportlerinnen, die in fünf Startgruppen gegeneinander antraten. Nina schaffte es in der ersten Runde auf Platz 1 und war damit eine Runde weiter. In Runde 2 traten dann 15 Sportlerinnen in zwei Gruppen gegeneinander an. Auch hier konnte sich Nina weiter auf Rang 1 halten und schaffte es damit ins Finale der 6 Besten. Jetzt wurde es deutlich schwieriger: drei Japanerinnen, zwei Deutsche und die dänische Weltmeisterin bestritten das Finale. Die Damen starteten kurz vor Mitternacht, alle 6 zeigten eine gigantische Vielfalt und Schwierigkeit an Tricks, jede Routine war unterschiedlich, eine schwierige Aufgabe für die Jury. Um 0:15 Uhr erfuhren wir dann, dass Nina nochmal in einem Tie-Break gegen die Japanerin Natsume Yamamoto antreten muss, da sie mit Punktegleichstand auf Platz 3 lagen. Innerhalb von 15 Minuten mussten die beiden Sportlerinnen entscheiden, welche Tricks sie in einer Minute zeigen, um den begehrten Podestplatz zu erreichen. Die Tricks sollten möglichst schwierig sein, möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen, damit man viele Tricks in die Minute packen konnte, und natürlich mussten sie auch gelingen, nur dann hatte man eine Chance. Beide meisterten diese Herausforderung grandios professionell. Es war keine Spur von Müdigkeit oder Anspannung erkennbar, souverän und fehlerfrei spulten sie ihre Programme ab - sehr spannend für das Publikum, das trotz der späten Stunde ausharrte um das Ergebnis zu erfahren. Es war knapp, sehr knapp, nur ein halber Punkte Vorsprung für Nina. Die Bronzemedaille im X-Style war hart erkämpft aber einer der spannendsten Momente dieser WM.

Alles in allem wieder einmal eine sensationelle Leistung von Nina, die die Farben des SV Wacker wieder toll vertreten hat.

Jugendleistungszentrum des SV Wacker Burghausen e.V.

Das Jugendleistungszentrum befindet sich aktuell in einer Reorganisationsphase. Momentan werden mit den einzelnen Abteilungen Gespräche geführt, bei denen das neu ausgearbeitete Sportförderkonzept (siehe Grafik unten) vorgestellt wird. Dabei wird gewissenhaft geprüft, ob eine leistungsorientierte Nachwuchsförderung in den jeweiligen Sportarten sinnvoll und umsetzbar ist.  Zukünftig werden Athleten aus alle Fachsportarten, bei Erfüllung klar definierter Aufnahmekriterien die Möglichkeit haben, in das Jugendleistungszentrum aufgenommen und dort gefördert zu werden. Nach Abschluss der Gespräche werden dann förderwürdige Athleten in den JLZ-Kader berufen.